Sandro Boticelli - PrimaveraTempera auf Holz, um 1478, 203 x 314 cm, Uffizien in Florenz

Tags: Sandro Boticelli italienische Malerei Italien Renaissance 15. Jahrhundert südalpin

Bunt sind schon die Wälder...

Beschreibung

Bildbeschreibung und Interpretation zu dem berühmten Gemälde 'Primavera' von Sandro Boticelli!

Sandro Boticelli - Primavera

Dieses berühmte Gemälde von Sandro Botticelli zeigt eine ungewöhnliche Kombination von Personen und hat einen starken Bezug zu seiner Heimatstadt Florenz. Es war vermutlich eine Auftragsarbeit von Lorenzo di Pierfrancesco de' Medici und für einen Raum neben der Hochzeitskammer des Familiensitzes bestimmt.

Der Götterbote Merkur verscheucht mit seinem Stab, dem Caduceus die Wolken, um die Szene nicht durch schlechtes Wetter zu vermiesen. Rechts daneben tanzen die drei Grazien im üblichen Ringelrein. Amor zielt indes mit seinem Pfeil in deren Mitte. Seine Mutter Venus ist die präsenteste Person im Bild. Mittig und frontal senkt sie ihren Kopf zu einer Seite. Sie trägt hier die typische Kopfbedeckung verheirateter Florentinerinnen. Dies wird als Anspielung auf ein Hochzeitsthema zu sehen. Die Frauen, mit schmalen Gesichtern und Hälsen, entsprechen zudem dem damals geltenden Schönheitsideal. Rechts im Bild wird die Nymphe Chloris von dem stark bewegten Windgott Zephyr in das Bild getragen.

Chloris ist leicht identifizierbar: sie streut Blüten, wenn sie spricht. Auch hier verlassen bereits die ersten ihren Mund. Was sie wohl sagen möchte? Die spätere Metamorphose von Chloris ist links daneben zu sehen. Die Göttin Flora ist einerseits für die Blütenstadt Florenz eine Stadtpatronin, andererseits bringt sie hier auch symbolisch die Blumen ins Bild. Ihr Kleid ist stark geschmückt mit floralen Motiven, die von Botticelli äußerst plastisch wiedergegeben wurden.

An diesem Bild wird stark deutlich, wie sehr sich Botticelli an der Zeichenkunst orientierte. Klare Linien, ausgeformte Frisuren und plastische Blumenornamente bestimmen das Bild. Die gesamte Szene befindet sich auf einer blühenden Wiese und Orangenhaine bekrönen das Bild von oben. Im Hintergrund rhythmisieren Bäume das Bild durch vertikale Linien.

© the artinspector / alexandra tuschka