Pieter Bruegel d.Ä. - BauernhochzeitÖl auf Eichenholz, ca. 1586, 114 x 164 cm, Kunsthistorisches Museum in Wien

Tags: 16. Jahrhundert Pieter Bruegel d. Ä. Landschaft Renaissance Nordalpin Niederlande Niederländische Malerei

Lasst uns feiern!

Beschreibung

Länge: 2:18 Min.

Bildbeschreibung und Interpretation des berühmten Gemäldes Bauernhochzeit von Pieter Bruegel d.Ä.

Pieter Breughel d. Ä. - Bauernhochzeit

An einem langen Tisch vergnügen sich die Bauern. Speisen stehen auf dem Tisch, Wein fließt, Musiker untermalen die Szene. Wo wir uns befinden, wird schnell klar: Leiter und Heuballen im Hintergrund definieren das Innere einer Scheune.

Im ersten Moment ist nicht ersichtlich, wo hier eigentlich das Brautpaar sitzt. Der Betrachterblick wird von zwei Personen, die flache Breiteller herantragen, im Vordergrund gebremst. Das helle Oberteil des Vorderen ist erster Blickfang des Bildes.

Hinter diesem befindet sich ein dunkelgrünes Tuch, an welches eine papierende Krone gehängt wurde. Die so selig dreinblickende Frau darunter muss wohl die Braut sein. Ihren Bräutigam sucht man allerdings vergeblich. Es ist nicht klar, ob eine klassische Bauernhochzeit gemeint ist, wo der Bräutigam nicht anwesend sein durfte oder ob wir es vielmehr mit einer Allegorie oder einem „Sprichwortbild“ zu tun haben, wie wir es bei Breughel so häufig vorfinden.

Typisch für Bauernbilder dieser Zeit finden wir verschiedene, originelle menschliche Typen im Bild - etwa das Kind mit der roten Mütze im Vordergrund, welches es sich naschend auf dem Boden gemütlich gemacht hat. Die Leserichtung und Komposition sind klar von links nach rechts aufgebaut. Die zwei Männer vorn, von denen der eine einen Holzlöffel im Hut stecken hat, und somit als Wanderarbeiter gekennzeichnet sind, umrahmen einen weiteren. Dieser sitzt auf der Bank, dreht sich aber um und nimmt den Männern einen Teller vom Holz, um ihn weiterzureichen. Die Schwerkraft ist allerdings nicht zu unterschätzen: Hebt er den Teller, könnten womöglich einige andere gleich auf dem Boden landen.

Breughel, der oft auf einen „Bauernmaler“ reduziert wird, war in Wirklichkeit ein kultivierter Mann. Allerdings fand er Spaß daran, sich mit seinem Freund, dem Kaufmann Hans Franckert als Bauern zu verkleiden, und an den typischen Festen teilzunehmen und gewährt auch uns, bald 500 Jahre später, so einige Einblicke in deren alltägliches Leben.

© the artinspector / alexandra tuschka