Caravaggio - Judith enthauptet HolofernesÖl auf Leinwand, 1598/1599, 145 x 195 cm, Palazzo Barberini in Rom

Tags: 16. Jahrhundert Caravaggio Renaissance Südalpin Italien Italienische Malerei Barock Bibel

Ich wollte doch Sex!

Beschreibung

Länge: 1:37 Min.

Bildbeschreibung und Interpretation des berühmten Gemäldes 'Judith enthauptet Holofernes' von Caravaggio!

Caravaggio - Judith enthauptet Holofernes

Nahezu ohne Anstrengung trennt die schöne Judith das Haupt des assyrischen Heerführers Holofernes von dessen Körper. Das lange Schwert scheint die Halsschlagader getroffen zu haben – Blut spritzt kraftvoll wie eine Fontäne. Eine Hand hat das Mädchen im Haar Holofernes festgekrallt. Unterstützt wird sie von einer alten Magd, die ihr Profil und ein Tuch von rechts ins Bild bringt. Ihre faltige Haut und der starre Blick, der kein Mitleid verrät, kontrastieren gekonnt mit der jungen und schönen Frau neben ihr. Mit dem Tuch in ihrer Hand wird sie den Abtransport des Kopfes bewerkstelligen. Die alte Magd ist traditionell bei diesem Bildthema anwesend und wird im biblischen Quelltext explizit erwähnt.

Mit der mutigen Tat, die hier so brutal dargestellt ist, befreite das Mädchen einen Teil der Israeliten. Sie hatte sich demnach durch ihre Schönheit problemlos Zugang zu Holofernes verschaffen können, da er sich eine Liebesnacht mit ihr versprach. Sie aber machte ihn betrunken und enthauptete ihn.

Caravaggio, der wie gewohnt stark mit Hell-Dunkel-Kontrasten arbeitete, zeigt ein eindrückliches Werk, indem er den liegenden Holofernes höchst realistisch darstellt. Seine linke Hand krallt sich vor Schmerz im Laken fest, sein Mund ist weit aufgerissen. Dem gegenüber stehen Judith, die ihr Gesicht angestrengt nach hinten neigt und die entschlossene Alte im rechten Bildgrund. Nur ein roter Vorhang, der wie ein Dreieck in das Bild ragt, akzentuiert den Hintergrund.

Typisch für den Barock wählte Caravaggio einen der dramaturgischen Höhepunkte der Geschichte, den Moment, der als Symbol für den Sieg über die Tyrannei steht. Holofernes, der hier nicht verletzbarer gezeigt werden könnte, liegt betrunken und nackt im Bett und hatte sich diese Nacht sicherlich anders vorgestellt. 

© the artinspector / stephan franck u. alexandra tuschka