Lucas Cranach d. Ä. – Der JungbrunnenÖl auf Holz, 1546, 122 x 186,5 cm, Gemäldegalerie in Berlin

Tags: 16. Jahrhundert Lucas Cranach d.Ä. Deutschland Deutsche Malerei Nordalpin Renaissance

Aus Alt mach Jung!

Beschreibung

Länge: 2:04 Min.

Bildbeschreibung und Interpretation des berühmten Gemäldes 'Der Jungbrunnen' von Lucas Cranach d.Ä.!

Lucas Cranach d. Ä. - Der Jungbrunnen

Es ist womöglich einer der ältesten Wünsche der Menschheit, welcher vom deutschen Maler Lucas Cranach d. Ä. Hier thematisiert wurde : Ewige Jugend und Schönheit. Aus Alt macht Jung! - verspricht hier ein simples Bad im Jungbrunnen. Um den Freuden des Lebens wieder nachgehen zu können, finden sich zahlreiche alte Frauen an diesem ein. Teilweise sind sie so gebrechlich, dass sie von Pferden und Männern getragen oder in Karren transportiert werden müssen. Die Nachfrage nach dem wundersamen, jugendspendenden Wasser ist groß. Die Metharmorphose von der Alten zur Jungen passiert, eher abrupt, in der Mitte des Gemäldes und in der gewohnten Leserichtung. Rechts steigen die eben noch greisen Frauen als junge und schöne Mädchen aus dem Wasser. Hier werden sie sogleich in ein Zelt geführt, wo sie hübsch eingekleidet werden. Auch die Landschaft im Hintergrund versinnbildlicht diese Verwandlung. Links befinden sich große Felsformationen, rechts im Bild rege Vegetation.

Obwohl auch die Männer im linken Bildteil um einiges älter und gebrechlicher wirken, steigen nur die Frauen ins Bad und spiegeln deren gesellschaftlichen geprägten Wunsch nach ewiger Schönheit. Der rechte Bildteil scheint völlig losgelöst, kein Indiz deutet mehr auf das Alter und den mühsamen Weg zum Brunnen hin. Cranach teilte sein Bild in zwei inhaltlich voneinander getrennte Teile. Der Brunnen mit dem wundersamen Wasser befindet sich dabei in der Mitte des Bildes. In dessen Mittelpunkt ist eine Staue von Venus und Amor angebracht. Diese stehen als Sinnbild für die Liebe. Die gesamte Szenerie eröffnet sich dem Betrachter bühnenhaft. Eine kleine Grasfläche trennt das Treiben von ihm ab. Er kann das Geschehen mit einem Lächeln aus der Distanz beobachten und über den zwar unrealistischen, aber menschlichen Wunsch nach ewiger Schönheit und Unsterblichkeit schmunzeln.

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