Jacques Louis David - Der Schwur der HoratierÖl auf Leinwand, 1794, 330 x 425 cm, Musée de Louvre in Paris

Tags: 18. Jahrhundert Jaques Louis David Frankreich Frazösische Malerei Historienmalerei Klassizismus

Ich schwöre!

Beschreibung

Bildbeschreibung und Interpretation zu dem berühmten Gemälde 'Der Schwur der Horatier' von Jacques Louis David!

Jacques Louis David - Der Schwur der Horatier

Ironie des Schicksals! Dieses Gemälde wurde von Ludwig XVI. In Auftrag gegeben und könnte doch später nicht stärker mit der Französischen Revolution verbunden werden. Die Erzählung jedoch, auf die David hier anspielt geht auf Livius zurück, der von 59 v. bid 17 n. Chr. lebte.

Zu sehen sind drei Kämpfer, die ihre Hände zum Schwur ausstrecken. Ihre Schwerter haben sie dem Mann in einem leuchtenden, roten Gewandt übergeben. Dieser hebt sie ehrfürchtig in die Höhe. Rechts im Bild sind trauernde Frauen zu sehen. Zu sehen ist eine Episode aus der Vergangenheit. Die drei Kämpfer sind Horatier und zugleich Brüder, der Mann gegenüber ihr Vater. Hier schwören in dieser Szene der römischen Republik die Treue. Selbst die Frauen, die ihnen auch kompositorisch nicht klarer gegenüberstehen könnten, können sie von ihrem patriotischen Vorhaben nicht abhalten. Den Frauen ist die Zugehörigkeit egal, sie handeln aus Liebe und wollen Frieden. Sabina ist rechts zu sehen, sie ist Kuratierin und mit einem Horatier verheiratet, während Camilla, daneben, selber eine Horatierin ist und mit einem Kuratier verlobt. Sie sollte später von ihrem eigenen Bruder getötet werden, da sie den Tod des Geliebten beweinen würde.

Dieses Gemälde gilt als Höhepunkt des Klassizismus'. Die bewusste und überhöhte Verherrlichung der Antike ist das Hauptthema dieser Epoche. Helme, Schwerter und Kleidung orientieren sich an römischen Vorlagen. Die klare Komposition von drei Rundbögen, die auch die drei Personengruppen unterteilen, ist ebenso typisch für den Klassizismus. Die Umrisse und Farben setzen sich deutlich voneinander ab. Auf Licht- und Schattenspiel wurde kein großer Wert gelegt. Einzig der starke Schlagschatten verstärkt den drastischen Eindruck der Szene und weist auf das kommende Unheil. Auch symbolisch hat sich der Schatten der Männer bereits auf eine Frau mitsamt ihres Kindes gelegt.

Auch wenn David zum Entstehungszeitpunkt kaum einen Appell zum Aufruhr versteckt haben wird, begann nur 5 Jahre nach diesem Gemälde die französische Revolution. Heute wird oft ein Zusammenhang zwischen Bild und Geschichte hineininterpretiert.

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