Jacques Louis David - Der Tod des MaratÖl auf Leinwand, 1793, 162 x 128 cm, Königliche Museen der schönen Künste in Brüssel

Tags: 18. Jahrhundert Jacques Louis David Frankreich Frazösische Malerei Historienmalerei Klassizismus

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Beschreibung

Länge: 2:00 Min.

Beschreibung und Interpretation des berühmten Gemäldes 'Der Tod des Marat' von Jacques Louis David!

Jacques - Louis David - Der Tod des Marat

„Der Tod des Marat“ ist nicht einfach nur Zeugnis eines Mordes an einem Führer des französischen Nationalkonvents. Vielmehr ist das Gemälde Jeaques-Louis Davids von kunsthistorischer Prägnanz. Denn David ist nicht nur Urheber des Bildes und Künstler der französischen Revolution, sondern auch Freund Marats aus dem politischen Lager der Jakobiner.

Die geschichtlichen Details lassen sich beinahe ausnahmslos dem Bild entnehmen. Neben dem Antlitz Marats im Badezuber, der am Boden liegenden Tatwaffe, der Holzkiste mit der Inschrift „À Marat, David“, hält das Opfer den an ihn gerichteten Brief der Attentäterin Charlotte Corday nebst Datum prominent ins Bild. Diese stand den Girondisten nahe, und hatte den politisch aktiven Marat zum Feinbild erklärt.

Somit zeigt dieses Gemälde nicht nur zwei der Prominenten Wortführer der Revolution, sondern mit dem schriftlichen Fingerzeig auf die Mörderin auch die Zerrissenheit des französischen Volkes innerhalb dieser historischen Situation an. Mithilfe dieser Eckdaten wird dem Betrachter die hochgradige Inszenierung des gerade dahinscheidenden offensichtlich. Ebenso wie Caravaggios „Grablegung Christi“ überhöht David das Opfer Marat durch die schlagschattenartige Lichtführung. Die Hinwendung des Gesichts zum Betrachter verklärt den Dargestellten zum Märtyrer seiner Sache. Durch die zusätzlich eingeschriebene Zeitlichkeit, indem David das Opfer langsam verbluten lässt, entsteht für den Betrachter eine quasireligiöse Dramaturgie, die, neben der Befriedigung der Sensationslust, die Apotheose des gemarterten als Helden für die französische Revolution am Vorabend der Moderne symbolisiert.

© the artinspector / stephan franck