Edgar Degas - Zwei TänzerinnenPastell auf Papier, 1898, 95,5 x 87 cm, Galerie Neue Meister in Dresden

Tags: 19. Jahrhundert Edgar Degas Frankreich Französische Malerei Impressionismus Moderne Kunst Realismus Dresden

Eine malerische Momentaufnahme...

Beschreibung

Bildbeschreibung und Interpretation zu dem berühmten Gemälde 'Zwei Tänzerinnen' von Edgar Degas!

Edgar Degas — Zwei Tänzerinnen

Zwei einander zugewandte Tänzerinnen sind in einer formatfüllenden Nahansicht abgebildet. In einer regelrecht analogen Pose vollziehen diese in weit gebauschten Röcken Dehnübungen: der Kopf andächtig geneigt, der Oberkörper leicht vorn übergebeugt, das eine Bein auf dem Boden, das jeweilig andere gestreckt.

Die Haltungen der Mädchen in dem Pastellgemälde „Zwei Tänzerinnen“ von dem Franzosen Hilaire Germain Edgar Degas weisen auf den künstlerischen Ausdruck einer malerischen Momentaufnahme. Die Körpersprache der Tänzerinnen scheint im Augenblick ihrer natürlichen, dynamischen Bewegung im Bild festgehalten. Nicht schwer lässt sich vom Rezipienten die folgende Regung der Mädchen erahnen.

In weniger gleichmäßigen, sondern viel mehr spontanen, heftig gesetzten Pastellschraffuren entsteht eine fleckig bewegte Oberfläche in leuchtenden Tönen. Die Konturen sind verwischt; Unschärfe prägt das Gemälde. Gemeinsam mit der Wahl des Bildausschnittes, der die orangefarbenen Grazeröcke an den Bildrändern beschneidet, setzt sich der Eindruck einer Momentaufnahme fort. Speziell die Assoziation an die charakteristischen Eigenschaften einer spontanen Fotografie oder auch einer filmischen Großaufnahme zeichnet sich ab.

Edgar Degas verdankt seine Bekanntheit besonders den zahlreich von ihm variierten Darstellungen von Ballettszenen. Das Sujet umfasst in seinem Œuvre etwa 200 Arbeiten. Die hier abgebildete Pose der Tänzerinnen ist jedoch keine die vor, sondern vielmehr hinter der Bühne zum Vorschein kommt. Es verstärkt das dem Rezipienten vermittelte Gefühl einer authentischen, unverfälschten, realitätsnahen Darstellung.

Die große Ähnlichkeit der Mädchen in ihrer Haltung als auch in deren Kleidung, schlanken Körperbaus sowie zusammengebundenen Frisuren weist nicht nur auf deren Bezug zueinander; verstärkt durch die Undefinierbarkeit der Gesichter wird zugleich die Anonymität gesteigert. Die Individualität der Einzelnen ist äußerst zurückgenommen. 

© the artinspector /  emilia krellmann