Thomas Gainsborough - Die Töchter des MalersÖl auf Leinwand, 1759,  63 x 76 cm, National Gallery in London

Tags: 18. Jahrhundert Thomas Gainsborough England Englische Malerei Portrait Doppel-Portrait Romantik

Hübsch sein reicht nicht...

Beschreibung

Länge: 1:58 Min.

Bildbeschreibung und Interpretation des berühmten Gemäldes Die Töchter des Malers von Thomas Gainsborough!

Thomas Gainsborough - Die Töchter des Malers

Die ältere Tochter Mary legt den Arm um ihre jüngere Schwester Margaret. Diese hält ein Kätzchen in ihren Armen, was der Maler durch nur wenige Umrisse andeutet. Beide Töchter des bekannten Malers sollten ein schwieriges Leben vor sich haben. Durch den Einfluß des Vaters hatten sie zwar Zugang zur High Society, wurden aber nie wirklich von dieser akzeptiert. Später sollten sie sogar als „nicht-verheiratbar“ gelten. Dennoch heiratete Mary schließlich einen wenig erfolgreichen Oboenspieler, doch die Ehe hielt nicht lange. Mary sollte hingegen eine psychische Erkrankung erleiden. Im Alter lebten die Schwestern schließlich wieder zusammen.

Hier jedoch sind beide Mädchen jung und hübsch. Ihr porzellanartiger Teint und ihre edle Kleidung unterstreichen die Anmut der Kinder und die liebevollen Augen durch welche er sie betrachtet. Vom Vater wurden sie in eine pastellartige Umgebung versetzt und erinnern an die höfische Eleganz anderer Adelportraits.

Die Ähnlichkeit der Schwestern ist unverkennbar, dennoch legte Gainsborough Wert auf die Wiedergabe der individuellen Züge der Mädchen. So unterscheiden sich die runden Augen der Älteren von den mandelförmigen der Jüngeren. Diese hat auch rundere Lippen. Die Augenbrauen sind unterschiedlich gebogen und auch die Frisuren unterscheiden sich. Mary, die Ältere, trägt Haarschmuck, ihre Haare sind leicht aufgerichtet, die Haare Margarets liegen hingegen eng an.

Gainsborough malte seine hübschen Töchter gerne. Sie sind wiederkehrende Modelle in seinen Bildern. Dieses jedoch sticht durch die intensive Atmosphäre und den durchdringenden Blicken der Kinder hervor.

© the artinspector / alexandra tuschka