Gedenktag - Die heilige Agatha ,

Tags: Gedenktag

Das muss wehtun!

Beschreibung

Länge: 3:10 Min.

Die heilige Agatha

Am 5. Februar feiern die christlichen Religionen den Gedenktag der heiligen Agatha von Catania. Die Heilige Agatha war der Überlieferung nach, für die es jedoch keine historischen Anhaltspunkte gibt, eine wohlhabende und adlige sizilianische Schönheit. Das Werben des heidnischen Statthalters von Sizilien, Quintianus lehnte sie ab, da sie als Jungfrau sterben wollte. Der gekränkte Mann ließ sie daraufhin ins Bordell der Aphrodisia verschleppen. Als selbst diese Maßnahme nicht zu Agathas Zustimmung führte, folterte er sie brutal. Ihre Hände wurden an einen Balken gehangen, die Brüste mit einer Zange zerrissen, mit einer Fackel verbrannt und schließlich abgeschnitten.

Diese qualvolle Szene ist ein oft dargestelltes Motiv des Agatha-Zyklus', der meist im Mittelalter Verwendung fand. Rechts und Links wird die Frau von zwei Schergen flankiert, die mit langen Zangen die Brüste der Frau abtrennen wollen. Die Szene hat ikonografische Ähnlichkeiten zu Kreuzigungsszenen und verweist auf die Gottesnähe der Märtyrerin. Die abgetrennten Brüste sind das Hauptattribut der Heiligen, die, wie bei Tiepolo von einer anderen Person hereingetragen werden können, oder aber, öfter, von der Heiligen selbst auf einem Tablett präsentiert werden.

Zurbarán zeigt das junge, schöne Mädchen wie eine junge Kellnerin. Sie tritt dem Betrachter als noble Ganzfigur entgegen. Der Kopf ist gesenkt, traurig schaut sie den Betrachter an.

In der Nacht nach der Folter erschien dem Mädchen der heilige Petrus, der ihre Wunden salben wollte, was sie jedoch ablehnte. Diese intime Szene zeigt der Italiener Giovanni Lanfranco. Das Licht fällt sanft durch ein Kerkerfenster und erhellt den Mittelteil des Bildes. Ein Engel und Petrus sind in die Szene gekommen. Der Engel verweist mit einer Zeigegeste auf die Wunde, Petrus streckt seine Hand aus, um diese zu pflegen. Von Ablehnung keine Spur – Agatha präsentiert die noch offene Wunde, aus der Blut fließt und senkt demütig ihr Haupt. Hier ist jedoch nur ein einzelner, frischer Schnitt zu sehen - dieser steht symbolisch für die wahre Folter. In diesem Bild verweist die Person hinter dem Kerkerfenster auf den Ausgang der Geschichte. Der Besuch des Heiligen wurde bemerkt – so dass Quintianus Agatha daraufhin erneut folterte, indem er sie auf Scherben und glühende Kohlen legte, auf denen sie verstarb.

Der weiße Seidenschleier, den man ihr ihn Gemälden oft als Attribut zufügt, spielte ca. ein Jahr nach ihrem Tod eine Rolle, da man dieses bei einem Ausbruch des Ätna dem Lavastrom entgegentrug, der diesen zum Stillstand brachte.

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