Willem Claesz Heda - Ein Frühstück mit der BrombeerpasteteÖl auf Leinwand, 1631, 54 x 82 cm, Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden

Tags: 17. Jahrhundert Willem Claesz. Heda Niederlande Holländische Malerei Barock Stillleben

Zu spät gekommen!

Beschreibung

Länge: 2:41 Min.

Bildbeschreibung und Interpretation des berühmten Gemäldes Ein Frühstück mit der Brombeerpastete von Willem Claesz. Heda!

Willem Claesz Heda - Ein Frühstück mit einer Brombeerpaste

Mit dem Gemälde „Ein Frühstück mit einer Brombeerpaste“ schuf der Niederländer Willem Claesz Heda im Jahr 1631 ein sehr sinnlich anmutendes Stillleben. Man kann förmlich die angebrochene Pastete riechen, den abgestandenen Wein schmecken und fühlt sich in den gestrigen Abend zurückversetzt, der den Tisch chaotisch zurückgelassen hat.

Was mag passiert sein? Wer stieß den Silberpokal um, und wer zerbrach das Glas? So sehr der Rezipient die Geschichte hinter dem Werk auch sucht, so wenig wird er Anhaltspunkte zur Entschlüsselung des genauen Bildthemas finden. Die Idee des Stilllebens, also der Darstellung, lebloser oder unbewegter Dinge, liegt eher in der Symbolträchtigkeit der einzelnen Bildgegenstände begründet.

Das Stillleben entwickelte sich im 16. Jahrhundert in den Niederlanden vor allem unter religiösen sowie repräsentativen Aspekten und diente wohlhabenden Bürgern als schmückende Dekoration. Neben Blumen- und Jagdbildern entwickelte sich die Frühstücksmotivik als beliebte Unterkategorie.

Hedas Gemälde wird als „monochromes Bankett“ bezeichnet, einer Sonderform des Frühstücksstilllebens. Dies bedeutet, dass sich das Farbspektrum vor allem in verschiedenen Oliv-Grautönen bewegt, aber durch ein virtuoses Spiel von Licht und Schatten werden Bildgegenstände zum Funkeln und Glänzen gebracht. So kommen die wichtigen Elemente des Werkes besonders zur Geltung. Heda hat die Gegenstände dabei nicht zufällig ausgewählt, sondern ihre ikonografische Bedeutung sorgsam bedacht.

So steht der geleerte Pokal für ein ausgeleertes, also bald endendes Leben, die Taschenuhr am rechten Bildrand symbolisiert die Flüchtigkeit der Zeit. Der Wein in dem Kelch lässt sich einerseits mit Völlerei, andererseits mit Reinheit und Wahrheit assoziieren. Die angebrochene Pastete mit dem silbernen Löffel bezeichnet die Verschwendungssucht und die Maßlosigkeit. Ebenso sind Nüsse zu sehen, damals eine seltene Kostbarkeit. Das zerbrochene Glas in der linken Bildhälfte ist als Vanitas-symbol zu verstehen. Diese wurden im Stillleben sehr häufig und kritisch eingesetzt, um die Maßlosigkeit und Verschwendungssucht des gehobenen Bürgertums anzumahnen.

© the artinspector / anne mrosowski