Jean Francois Millet - Das AngelusläutenÖl auf Leinwand, 1857–1859, 53,3 x 66 cm, Musée d'Orsay in Paris

Tags: 19. Jahrhundert Jean-Francois Millet Genreszene Bauern Frankreich Französische Malerei Schule von Barbizon Realismus

Kurz innehalten.

Beschreibung

Länge: 2:30 Min.

Bildbeschreibung und Interpretation zu dem berühmten Gemälde 'Das Angelusläuten' von Jean Francois Millet!

Jean-Francois Millet - Angelusläuten

Die Glocken der Kirche haben geläutet, Mann und Frau senken demütig ihre Köpfe zum Angelusgebet. Die Kartoffelernte muss warten und steht nun für einen Moment still. Das Angelusläuten, was hier zu hören sein müsste, wird drei Mal am Tag geläutet. Christen wenden sich dann einem Gebet zu, welches an die Verkündigung des Engels an Maria erinnert. In diesem Bild scheint es Abend zu sein – die Sonne geht unter und taucht die Landschaft in ein mildes Licht. Im Vordergrund wirken beide Figuren fast monumental.

Deutlich sind die Arbeitswerkzeuge zu erkennen: eine Heugabel, ein Korb und eine Schubkarre. Erde und Kartoffeln liegen am vorderen Bildrand. Der Kontrast zwischen der Arbeit und dem Inne-Halten, die Verbindung zwischen der inneren und äußeren Welt wird hier deutlich zum Ausdruck gebracht. Die Intimität der Szene wird durch das kleine Format von 66 x 55 Zentimetern unterstützt.

Millet selbst sagte über das Werk 1865: „Als ich den Angelus malte, dachte ich daran, wie meine Großmutter uns früher, als wir auf den Feldern arbeiteten und die Glocken läuteten, innehalten hieß, um den Engel des Herrn für die lieben Toten zu beten“ Damit entkräftet er auch einer These, die Dalí später äußern sollte, nach welchem die beiden Dargestellten ihr totes Kind begraben hätten und beweinen. Besondere Bekanntschaft erhielt das Werk, als 1932 ein Psychopath in den Louvre stürzte, um das berühmteste Gemälde dort zu zerstören. Er zögerte – ist es die Mona Lisa, Die Einschiffung nach Kythera oder doch das Angelusläuten?

Millet selbst stammte aus eine Bauernfamilie, war jedoch selbst kein praktizierender Katholik. Seine Gemälde haben oft das Bauernleben zum Thema – stets durch einen liebe- und respektvollen Blick. Zu Lebzeiten hatten diese Motive jedoch kaum kommerziellen Erfolg. 5 Jahre nach seinem Tod 1875 begann jedoch ein regelrechter Run auf seine Werke.

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