Umkreis Rembrandts - Mann mit GoldhelmÖl auf Leinwand, um 1650 / 1655, 67,5 cm × 50,7 cm, Staatliche Museen zu Berlin in Berlin

Tags: 17. Jahrhundert Rembrandt Holland Holländische Malerei Barock Portrait Nordalpin

"Das Stillleben eines Helms..."

Beschreibung

Länge: 2:07 Min.

Bildbeschreibung und Interpretation des berühmten Gemäldes 'Mann mit Goldhelm' aus dem Umkreis Rembrandts!

Umkreis Rembrandts - Mann mit Goldhelm

Wer dieses Gemälde sieht, assoziiert es in vielen Fällen mit dem Niederländischen Maler Rembrandt. Es galt lange als eines seiner Hauptwerke; ja gar als der Inbegriff eines Rembrandts, vereinte es doch das dicke Impasto, das grandiose Spiel von Hell und Dunkel, die außergewöhnliche Materialität des glänzenden Helms, die realistische Darstellung des Gesichts. Zudem trägt das Gemälde gar die Signatur des großen Künstlers – kein Zweifel?

Verschiedene Interpretationen wurden angeführt – so könnte in dem so grimmig dreinschauenden Mann Rembrandts Bruder Adriaen gemeint sein. Viele vermuteten im Träger einen Mann vom höchsten, militärischen Rang oder gar das Bildnis des Mars nach Kriegsende. Interessanterweise ist aber nicht der Dargestellte der Protagonist des Werkes, sondern ordnet sich räumlich und inhaltlich dem Helm unter. Abraham Bredius bezeichnete das Werk leicht scherzhaft als „meisterhaftes Stillleben eines Helms“.

Im Rahmen des Rembrandt Research Projects wurde das Bild aus seinem Rahmen genommen und untersucht – es stellte sich heraus, dass das Gemälde ringsum beschnitten war und große Bereiche von Restauratoren ergänzt oder übermalt wurden, überwiegend im Gesicht. Seit 1986 wird es nicht mehr als Original gewertet; man schreibt das Gemälde dem „Umfeld“ Rembrandts zu. Zudem war es nichts ungewöhnliches, dass sich die Signatur des Werkstattinhabers auch auf Gemälden befand, an denen er kaum selbst Hand angelegt hatte – schon damals wusste man, wie ein großer Name den Wert eines Gemäldes steigern kann. Seitdem das Gemälde nicht mehr als Rembrandt gilt, hat es diesen Effekt am eigenen Leibe erfahren. Viele befanden, dass nun, da es kein „echter Rembrandt“ mehr war, selbst der imposante, goldene Helm an Glanz verloren habe.

Abraham Bredius zitiert nach Saam Nystad: Der Goldhelm. In: Jahrbuch der Berliner Museen 41 (1999), S. 245–250, hier S. 245

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