Rembrandt - Selbstbildnis als lachender ZeuxisÖl auf Leinwand, 1660er, 82,5 x 65 cm, Wallraf-Richartz-Museum in Köln

Tags: 17. Jahrhundert Niederlande Niederländische Malerei Antike Barock Rembrandt

Ich lach dich nicht aus, ich lach dich an!

Beschreibung

Bildbeschreibung und Interpretation zu dem berühmten Gemälde 'Selbstbildnis als lachender Zeuxis' von Rembrandt!

Rembrandt — Selbstbildnis als lachender Zeuxis

Lange, lange haben Forscher gerätselt, was denn hier eigentlich zu sehen sei. Dass wir es mit Rembrandt zu tun haben ist klar. Nicht zuletzt seine zahlreichen Selbstbildnisse (ungefähr 90) machen seinen Charakterkopf unverwechselbar. Wieso jedoch lacht er uns so unverhohlen an? Und wessen Nase ragt da ins Bild? Seine eigene? Aber ist die wirklich so krumm? Wir sehen hier ein Spätwerk des Künstlers, was in die 1660er Jahre datiert wird. 1669 starb der Künstler. Durch die sehr pastose Malweise wirkt dieses Gemälde fast haptisch greifbar.

Neben vielen früheren Interpretationen konnte sich die als «Lachender Zeuxis» heute unter den Forschern durchsetzen. Aufschluss gab ein Gemälde des Rembrandt-Schülers Arend de Gelder, der eine ähnliche Szene zeigt. Auch ist das Bild Rembrandts nachweislich beschnitten, was ein Beweis dafür ist, dass die Szene ursprünglich größer angelegt war. Wir wissen nicht, ob neben der Leinwand auch das Modell zu sehen war, was einen gehörigen Unterschied in der Sichtweise der Betrachterrolle spielt. In seiner Hand (durch die Nachdunklung heute schwer zu erkennen) hält der Maler einen Malstock oder Pinsel. Auch der generelle sehr dunkle Eindruck des Gemäldes mag den zeitgenössischen Betrachter über die ursprüngliche Farbgebung hinwegtäuschen, die weniger braun und golden gewirkt haben wird. 

Hat Rembrandt sich hier also als lachender Zeuxis gemalt, so spielt er auf eine der ersten Künstleranekdoten aus der Antike an. Dieser nach hat Zeuxis, einer der größten aller Künstler, eine alte, hässliche Frau portratieren sollen. Als er sein fertiges Werk betrachtete, sei er in einen solchen Lachkrampf ausgebrochen, dass er daran starb. In dem Werk seines Schülers wird diese Szene noch ad absurdum getrieben, da die Alte den Apfel, die Frucht der Verführung, in der Hand hält. Das Lachen, was sich hier aber an den Betrachter richtet, kann natürlich zweifach aufgegriffen werden: lädt uns Rembrandt ein, in sein Amusement einzusteigen? Oder werden wir hier mit dem hässlichen Modell gleichgesetzt? 

© the artinspector / alexandra tuschka