Henri Rousseau - Die schlafende ZigeunerinÖl auf Leinwand, 1897, 130 x 201 cm, Museum of Modern Art in New York

Tags: 19. Jahrhundert Henri Rousseau Frankreich Französische Malerei Naive Malerei Moderne Malerei Postimpressionismus Primitivismus

Fressen oder schlafen lassen?

Beschreibung

Länge: 1:39 Min.

Beschreibung und Interpretation des berühmten Gemäldes 'Die schlafende Zigeunerin' von Henri Roussaeu!

Henri Rousseau - Die schlafende Zigeunerin

Ist es noch naiv oder schon surreal? Der Maler Henri Rousseau, der sich mit 41 Jahren von seinem Beruf als Zöllner pensionieren ließ, um der Malerei nachzugehen, lässt sich nicht ohne weiteres in die üblichen Stilbegriffe einordnen.

Ein spartanisches Bild ist es gewiß: Ein Mädchen liegt im Vordergrund neben einer Mandoline und schläft. Selbst im Traum hält sie ihren Wanderstab noch in der Hand. Ein Löwe steht dicht hinter hier und beschnuppert die Schafende an der Schulter. Rechts im Bild befindet sich zudem eine Vase. Im Hintergrund sehen wir das Meer, eingerahmt von einer Berglandschaft. Am Himmel steht der Vollmond. Rousseaus Vorliebe für große Farbflächen, für vereinfachende Muster und Konturen äußert sich auch hier. Das wellenförmige Haar des Mädchens findet sich in ihrem Gewand und ihrer Decke deutlich wieder. Auch die klare Komposition, die durch verschiedene Horizontale gegliedert ist, weist diese Parallelität auf. Weniger gewiß ist der dargestellte Moment: Träumt das Mädchen und erscheint der Löwe im Traum oder hat er sich an sie herangepirscht, während sie schläft? Geht von ihm eine Bedrohung aus?

Rousseau selbst gibt uns auf dem Rahmen des Bildes die Antwort: Die Katze, obwohl wild, zögert, sich auf die Beute zu stürzen, die, vor Müdigkeit erschöpft, tief eingeschlafen ist.

© the artinspector / alexandra tuschka