Sandro Botticelli - Weibliches IdealbildnisMischtechnik auf Pappelholz, ca. 1480, 81,8 x 54,0 cm, Städel Museum in Frankfurt

Tags: 15. Jahrhundert Portrait Renaissance Deutschland Nordalpin

Wer ist die Schönste in Florenz?

Beschreibung

Bildbeschreibung und Interpretation zum berühmten Gemälde 'Weibliches Idealbildnis' von Sandro Boticelli!

Sandro Botticelli — Weibliches Idealbildnis (Bildnis der Simonetta Vespucci als Nymphe)

Die im Profil dargestellte junge Frau verkörpert ein Idealbildnis in der mythologischen Verkleidung einer Nymphe. Zunächst nahm man an, dass es sich bei der Darstellung um eine phantastische Schöpfung handele. Später vermutete man jedoch, dass ihre Erscheinung und Physiognomie an die adelige Simonetta Vespucci, der jung gestorbenen Geliebten von Giuliano de ́Medici, angelehnt war. Ihr Oberkörper ist leicht dem Betrachter zugewandt. Ihre Haut ist blass und ihr Blick ernst. Die lange, etwas buckelige Nase und die geschwungenen rötlichen Lippen entsprechen dem römischen Schönheitsideal.

Das rotblonde Haar ist aufwendig frisiert. Unterschiedliche Zöpfe, eingeflochtene Perlen und Bänder, integrierter Schmuck und offene wellige Strähnen zieren ihr Haupt. Die Farbe des Haars und die Aufmachung erinnern den Betrachter an ein Wespennest, dass sodann eine Verbindung zu dem Nachnamen der jungen Dame herstellt – Vespucci (ital. Vespa).

Sie trägt ein weißes Gewand mit dezenten Verzierungen und zarten Falten. Ein geflochtenes Band mit eingearbeiteten Perlen ist um ihren Hals gelegt und verstärkt optisch den zarten Kragen, der ihren Hals umspielt. Das Schmuckstück, das sie zusätzlich um den Hals trägt, ist ein Amulett. Es zeigt die Szene aus der griechischen Mythologie, in der Apollon gegen den Satyr Marsyas einen musikalischen Wettkampf austrägt. Das Tragen von Schmuckstücke wie diesem, zählte im 15. Jahrhundert in Florenz zum guten Ton und unterstreicht die hohe Stellung Simonettas. Simonetta Vespucci galt als schönste Frau von Florenz. Mit diesem Bildnis wird ihr Andenken gewahrt, ihre Gestalt entrück und gleichzeitig wird sie auf ewig glorifiziert

© the artinspector / liliane baab