Giovanni Battista Tiepolo - Apoll führt Beatrix von Burgund dem Kaiser Barbarossa als Braut zuDeckenfresko, 1750/51, 6,97 x 14,07 m, Residenz Kaisersaal in Würzburg

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Beschreibung

Bildbeschreibung und Interpretation zu dem berühmten Gemälde 'Apoll führt Beatrix von Burgund dem Kaiser Barbarossa als Braut zu' von Giovanni Battista Tiepolo!

Giovanni Battista Tiepolo - Apoll führt Beatrix von Burgund dem Kaiser Barbarossa als Braut zu

Tiepolo war ein berühmter Freskenmaler des 18. Jahrhunderts und bekannt für seine schnelle Malweise. Auf dem schnell trocknenden Mörtel hat er mit schnellen Pinselstrichen die Farben auf den Wänden aufgetragen. 1750 erhielt der Italiener vom Fürstbischof Karl Phillipp von Geifenclau den Auftrag, Treppenhaus und Kaisersaal der Würzburger Residenz mit Deckengemälden auszuschmücken. Das Programm wurde vom Auftraggeber festgelegt und war der Geschichte Würzburgs gewidmet.

Die erste Blütezeit erlebte die Stadt unter Kaiser Barbarossa. Wen wundert es da, dass die Schimmel-Quadriga des Sonnengottes Apoll, zugleich Schirmherr der Künste, Beatrix von Burgund, seine zweite Frau in prachtvollen Hochzeitskleidern, in den Raum zieht? 1156 heirateten die beiden. Die Hochzeit ist auf einem zweiten Fresko dargestellt. Hier jedoch haben die Zwei die Trauung noch vor sich. Hymenaios, der Hochzeitsgott, schwebt mit lodernder Fackel voran.Beatrix ist nicht nur menschliche Braut, sondern stellt zugleich die Personifikation des Reiches dar; somit ist die symbolische Heirat des Herrschers mit seinem Imperium zu sehen.

Die außerordentliche Raumwirkung erzielte Tiepolo durch die massiv durchbrochenen Wolken, durch die das Ineinandergreifen von Gemälde und Bauschmuck an den Rändern und die Auflösung der Formen, indem er einige Personen und Wolken in den Raum hineinragen lässt. Starke Kontraste und leuchtende Farben lassen beinahe eine Paralellwelt entstehen.

So schnell wie Tiepolo malte, so schnell scheint auch die Quadriga über den Köpfen der Betrachter hinwegzurauschen. Engel und allerhand allegorische Figuren begleiten das Spektakel. Teilweise verstecken sich in diesen Personen auch die Gesichter von Tiepolos Zeitgenossen.

© the artinspector / alexandra tuschka