Jan van Eyck - Die ArnolfinihochzeitÖl auf Holz, 1434, 81,8 × 59,7 cm, National Gallery in London

Tags: 15. Jahrhundert Jan van Eyck Niederlande Flämische Malerei Genremalerei Ehe Portrait Doppel-Portrait Renaissance Nordalpin

Ist sie etwa schwanger?

Beschreibung

Länge: 2:14 Min.

Bildbeschreibung und Interpretation des berühmten Gemäldes 'Die Arnolfinihochzeit' von Jan van Eyck!

Jan Van Eyck - Die Arnofini-Hochzeit

Ein kleines, ganzfigürliches Doppelbildnis zeigt ein Paar, das sich die Hände reicht. Der Künstler bezeugt mit diesem Bild, dass er bei der Hochzeit des Kaufmanns Giovanni Arnolfini anwesend war.

Es handelt sich um eine morganatische, eine ungleiche Ehe, die daran erkennbar ist, dass der Ehemann seiner Frau die linke Hand reicht. Die Dame ist von geringerem Stand als der Herr. Der Bräutigam, Giovanni Arnolfini, präsentiert dem Betrachter wiederum die freie Handfläche seiner Gemahlin als Zeichen ihrer Unschuld und Hingabe. Seine rechte Hand hat er zum Segensgestus erhoben; eine tradtionelle Geste im Rahmen der Eheschließlung.

Die Bekleidung der Dame ist missverständlich, da ihr gewölbter Bauch oft mit einer Schwangerschaft verwechselt wurde, jedoch nur symbolisch auf die Fruchtbarkeit verweist. Eine Schwangerschaft vor der Hochzeit wäre für damalige Verhältnisse ohnehin eine Schande und kaum bildwürdig gewesen. Der Reichtum des Kaufmannes wird durch das Inventar deutlich: Teppiche, Felle, Orangen und Gewürze aus dem Mittelmeerraum schmücken das Bild.

Das Gemälde weist einige Raffinessen auf: Der Spiegel im Hintergrund zeigt das Paar von hinten. Hier ist auch zu erkennen, dass noch weitere Personen anwesend sind. Der Rahmen des Spiegels zeigt Christis Passionsweg und verweist auf die Gläubigkeit der Anwesenden.

Weitere symbolträchtige Motive ergänzen das Bild: Der Hund dient als Symbol der Treue, die abgelegten Schuhe im linken Vordergrund sind ein Symbol der Häuslichkeit. Am Leuchter brennt nur eine Kerze und deutet auf die Anwesenheit Gottes hin. Die Perlenkette neben dem Spiegel symbolisiert die Reinheit der Braut und die kleine, geschnitzte Holzfigur zeigt die heilige Margareta, die Schutzheilige, der, ironischerweise, Schwangeren und Jungfrauen.

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