Diego Velázquez - Die TrunkenboldeÖl auf Leinwand, 1628/29, 165 x 225 cm, Museo del Prado in Madrid

Tags: 17. Jahrhundert Diego Velázquez Spanien Spanische Malerei Barock Mythologie

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Beschreibung

Länge: 2:05 Min.

Bildbeschreibung und Interpretation des berühmten Gemäldes "Die Trunkenbolde" von Diego Velázquez!

Diego Velazquez – Die Trunkenbolde

Da sitzt der bleiche Bacchus inmitten der geselligen Runde. Er, der Gott des Weines, sitzt uns frontal gegenüber, wendet jedoch seinen Blick ab. Auf dem Kopf trägt er sein Attribut, einen Kranz aus Weinblättern. Der alternative Gemäldetitel "Der Triumph des Bacchus" verrät: er hat die eigentliche Kontrolle über das Geschehen. Er sitzt auf einem Weinfass und ist dabei, dem demütig niederknieden Mann vor ihm einen Kranz auf den Kopf zu setzen. Diese Zeremonie ist als Parodie eines Krönungsaktes zu verstehen. Lebendig, fast fotografisch erscheinen auch die umstehenden Figuren. Zwei Männer schauen lachend aus dem Bildgrund hinaus und bescheinigen dem Betrachter seine Anwesenheit. Will der linke Mann selbst aus seiner Schale mit Rotwein trinken oder bietet er sie uns sogar an? Der Mann daneben hat ihm ermutigend die Hände auf die Schultern gelegt, schaut aber uns an und scheint zu sagen: "Na? Möchtest du mal kosten?"

Der Wein, den Bacchus den Menschen brachte, scheint in der Tat eine befreiende Wirkung zu haben, denn die gesamte Szene zeigt eine ausgelassene Stimmung. Obwohl die Geste der zwei Männer als Einladung zu verstehen ist, haben die Personen etwas zwielichtiges an sich. Die ärmliche Kleidung und die Lederhaut sprechen für ein hartes Arbeiterleben, dem es zu entfliehen gilt. Diesen stehen die, bereits gekrönten, schönen und gottähnlichen Figuren im linken Bildgrund entgegen. Statt aus einer Schale, trinkt der hintere sein Getränk aus einem edlen Coctailglas. Womöglich verbildlicht der Blick Bacchus auch die Zukunft seines Anhängers, der nun, da er bekrönt ist, zu den anderen in den linken Bildteil übertreten darf. Zudem macht Bacchus damit Platz für den direkten Augenkontakt mit seinem Nachbarn, dem sich der Betrachter kaum entziehen kann.

© the artinspector / alexandra tuschka