John William Waterhouse - Hylas und die NymphenÖl auf Leinwand, 1896, 132,1 × 197,5 cm, Art Gallery in Manchester

Tags: 19. Jahrhundert John William Waterhouse England Englische Malerei Historienmalerei Romantik Präraffaeliten

Wer könnte da widerstehen?

Beschreibung

Länge: 2:14 Min.

Bildbeschreibung und Interpretation des berühmten Gemäldes "Hylas und die Nymphen" von John William Waterhouse!

John William Waterhouse - Hylas und die Nymphen

Ein Mann beugt sich zu den Mädchen im Wasser, die ihn alle neugierig und mit großen Augen ansehen. Ihre Körper sind bis zu den Brüsten bedeckt. Der Betrachter kann durch die Wasseroberfläche dennoch bei einigen die Silhouette der Körper erkennen. Sie scheinen von allen Seiten heran zu strömen, um den Jüngling zu verführen: von links eilt ein Mädchen herbei; an den Bildrändern waten sie ins Bild; vorne leitet eine Repoussoirfigur ins Geschehen. Das Wasser ist von Seerosen bedeckt, an den Bildrändern ragt Schilf in den Malgrund.

Waterhouse verbildlicht hier die Geschichte von Hylas und den Nymphen. Diese antike, mythologische Erzählung berichtet, dass Hylas Herkules bei seiner Reise mit den Argonauten begleitete. Als er nach Wasser suchte, fand er eine Quelle, in der die Najaden, die Nymphen der Flüsse und Seen, tanzten. Hylas war jung und schön, so dass eine der Nymphen so betört von dessen Anmut war, dass sie ihn ergriff, als dieser seinen Krug mit Wasser füllen wollte und ihn am Hals in die Tiefe zog.

Waterhouse‘ Gemälde hat einen unübersehbaren erotischen Apell. Die transparente und porzellanartige Schönheit seiner Nymphen potenziert sich durch deren Anzahl und Ähnlichkeit. Durch feine Gesichtszüge, durch die langen, braunen Haare, die roten Lippen und die blanken Brüste zeichnet der Maler die Verführerinnen, die dem speziellen und wiederkehrenden Schönheitsideal Waterhouse‘ entsprechen. Alle fixieren sie den Jüngling mit sehnsuchtsvollem Blick. Einige spielen mit ihren Haaren. Doch nicht nur die Schönheit soll Hylas verführen - bei genauerm Hinsehen entdeckt man, dass die Nymphe unter seinem Kopf auch einige Perlen in beiden Händen hält, die sie ihm anbietet. Hylas ist zwar im Begriff seinen Krug zu füllen; doch hält er in der Bewegung inne, da auch er von der Schönheit der Nymphen geblendet ist. Ein Moment des Verhängnisses.

© the artinspector / at